Der Film Chocolat ist eine romantische Komödie und beruht auf dem gleichnamigen Roman (1999) von Joanne Harris, der vom Drehbuchautor Robert Nelson Jacobs für den Film adaptiert wurde.
Er erzählt die Geschichte der jungen, unvermählten Mutter Vianne Rocher (Juliette Binoche) die mit ihrer sechsjährigen Tochter Anouk das fiktive, französische Dorf Lansquenet-sous-Tannes erreicht und „La Chocolaterie Maya“ eröffnet. Schon bald beginnt sich das Leben der streng katholischen und erzkonservativen Einwohner zu verändern, was den Bürgermeister auf den Plan ruft, der seine Felle davon schwimmen sieht.

Handlung / Inhaltsangabe

Chocolat

Vianne Rocher (Juliette Binoche), und ihre Tochter Anouk wandern wie Nomaden von Ort zu Ort, gemäß der Maya-Tradition, die Vianne von ihrer Mutter übernommen hat, ebenso wie einige „magische“ Rezepte für die Zubereitung von Schokolade.

Zu Beginn der Fastenzeit im Jahre 1959, "fünfzehn Jahre nach dem Krieg", lassen sie sich in einem beschaulichen Dorf in der französischen Provinz nieder, mieten ein Geschäft (von Armande Voizin) und eröffnen eine Chocolaterie.
Vianne trägt bunte Kleidung, ist Atheistin und hat ein uneheliches Kind. Mit ihrer freundlichen und charmanten Art, gelingt es ihr jedoch, immer mehr Dorfbewohner für sich zu gewinnen, sehr zum Ärger des Grafes De Reynaud, der sich bald offen gegen sie ausspricht, da Moral und Tugend in Gefahr sind.

Neben dieser Auseinandersetzung, gibt es mehrere Nebengeschichten, die zusammen aber den interessanten Teil der Handlung ausmachen:

  • Der Graf will nicht zugeben, dass seine Frau (die angeblich in Italien weilt) ihn verlassen hat; er entwickelt romantische Gefühle für Caroline, behält diese aber für sich.
  • Josephine Muscat (Lena Olin), wird von ihrem Ehemann Serge geschlagen, und flieht in die Chocolaterie um dort ein neues Leben zu beginnen.
  • Die stocksteife Carolin (Carrie-Anne Moss) verbietet ihrem 10-jährigem Sohn Luc, seine künstlerischen Fähigkeiten weiterzuentwickeln, und auch jeden Kontakt zu seiner Großmutter Armande Voizin (Judi Dench), die auch gleichzeitig die Vermieterin der Chocolaterie ist.
  • In der zweiten Häfte des Films legt am nahegelegenen Fluss ein Boot an, um Fische zu verkaufen und Arbeit zu suchen. Kapitän der Zigeuner-Bande ist Roux (Johnny Deep). Es kommt wie es kommen muss …

Zum Schluss wird alles gut: der verstockte Bürgermeister De Reynaud sieht als letzte Möglichkeit, die ungeliebten Zuwanderer loszuwerden, nur noch, den Laden zu zertrümmern. Dabei bekommt er unfreiwillig Kontakt mit den exotischen Leckereien, und wandelt sich mehr oder weniger vom Saulus zum Paulus.

Kritik / Review

Kurz & Schmerzlos

Der Film lebt von seinen Nebengeschichten, die recht detailliert und pointiert gefilmt sind. Das von Kritikern oft geschrieben Statement, der Film breche eine Lanze für „Toleranz“ ist eine Übertreibung; jedenfalls ist Chocolat auf diesem Gebiet nicht stärker als zum Beispiel die „Lindenstraße“. Auch die angedeutete „Magie“ der Schokolade ist ein Randthema und wird weder erklärt, noch wird ihre Wirkung thematisiert.

Trotzdem ist Chocolat ein wunderbarer und streckenweise skurriler Film. Er befasst sich mit realen Problemen, die sich den Menschen in den Weg stellen. Die Charaktere sind glaubwürdig, weil sie Schwächen haben und der Film zeigt ihre inneren Kämpfe.
Solide Sonntagnachmittag Unterhaltung, und wer sich für die Geschichte nicht begeistern kann, wird sicher Gefallen an dem Aufgebot an Weltstars finden, die durch die Bank eine brillante Leistung zeigen.

Bewertung

Der Film erschien 2009 auf DVD, und erhält bei Amazon sehr gute Kritiken (Durchschnittswert 4,5 (von maximal 5 Sternen; bei 192 Bewertungen); Stand Oktober 2016). Das Rating bei IMDB beträgt 7,3/10 Punkten (150.000 Bewertungen).
Der Film wurde bisher drei Mal im deutschen Fernsehen ausgestrahlt, zuletzt am 2. Weihnachtstag 2014 von RTL.

Chocolat

Der offizielle Trailer

Eine Frau und ihre Tochter eröffnen ein Schokoladengeschäft in einem kleinen französischen Dorf, und schon bald wird die rigide Moral der Gemeinschaft in ihren Grundfesten erschüttert.
Der Bürgermeister und selbsternannte Sittenwächter des Dorfes, der Graf De Reynaud hat sich auf die Fahnen geschrieben, die beiden Frauen und ihre exotischen Leckereien aus dem beschaulichen Flecken wieder zu vertreiben.

Der Film bietet ein Potpourri an Emotionen: eine wundervolle Geschichte mit Szenen zum Lachen und (beinahe) Weinen.
Und erstaunliche Schauspielerische Leistungen. Die weibliche Hauptrolle der fürsorglichen, sensiblen und mutigen Vianne ist Juliette Binoche wie auf den Leib geschrieben. Auch wenn Johnny Depp nur einen recht kleinen Teil in diesem Film hat, spielte er ebenso exzentrisch wie ausgezeichnet. Und es ist nicht übertrieben, zu behaupten, dass Judi Dench (bekannter als M, die Chefin von James Bond) zu Höchstform aufläuft, und einer der Glanzleistungen ihrer Karriere abliefert.

Filmmusik

Liste der Soundtracks

Wie schon in „Gottes Werk & Teufels Beitrag“ überließ Hallstroem auch bei „Chocolat“ der Engländerin Rachel Portman die Vertonung (die jeweils für den Oskar nominiert wurden). Im Vergleich zu ihren früheren Werken ist die Komposition im Ton erstaunlich zurückhaltend und unsentimental gehalten.
Der Soundtrack ist auch als CD / MP3 Download bei den üblichen Distributoren erhältlich.

Nr. Titel Komponist Dauer
1. Minor Swing   Django Reinhardt & Stéphane Grappelli 2:13
2. Main Titles   Rachel Portman 3:07
3. The Story of Grandmere   Rachel Portman 4:08
4. Vianne Sets Up Shop   Rachel Portman 1:57
1. Three Women   Rachel Portman 1:01
2. Vianne Confronts the Comte   Rachel Portman 1:21
3. Other Possibilities   Rachel Portman 1:34
4. Guillaume's Confession   Rachel Portman 1:29
1. Passage of Time   Rachel Portman 2:32
2. Boycott Immorality   Rachel Portman 4:38
3. Party Preparations   Rachel Portman 1:28
4. Chocolate Sauce   Rachel Portman 0:48
1. Fire   Rachel Portman 2:37
2. Vianne Gazes at the River   Rachel Portman 1:06
3. Mayan Bowl Breaks   Rachel Portman 2:14
4. Taste of Chocolate   Rachel Portman 3:08
3. Ashes to the Wind   Rachel Portman 2:18
4. Caravan   Duke Ellington / Juan Tizol 3:43

Hintergründe

Ein paar Details & Anekdoten

Juliette Binoche besuchte eine Chocolaterie in Paris, um dort zu lernen, wie man Pralinen herstellt. Einige der Pralinen aus ihrer Herstellung wurden in der Festival-Szene verwendet.

Johnny Depp spielt in drei Szenen eigenhändig Gitarre, und begleitet auch den ersten und letzten Track des Soundtracks.

Das Lied „Minor Swing“, welches von Johnny Depp auf der Gitarre gespielt wird, war schon 1993 in einer längeren Szene in „Arizona Dream“ (ebenfalls mit Depp in der Hauptrolle) zu hören.

Die Schauspielerin Lena Olin (Josephine Muscat), spielte bereits 1988 in „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ neben Juliette Binoche. Sie ist seit 1994 mit dem Regisseur des Films, dem Schweden Lasse Hallström, verheiratet.

Lena Olin und Johnny Depp (sein Welterfolg "Fluch der Karibik" erschien erst 2003) spielten auch schon in dem Mystery-Thriller „Die neun Pforten“ (1999; Regie: Roman Polański) zusammen.

Caroline Clairmont ist eine überbesorgte Mutter, und wird von Carrie-Anne Moss gespielt; besser bekannt als Trinity aus der Matrix-Trilogie, der man eine solche Rolle gar nicht ohne weiteres zutraut.

Zitate

Die besten Zitate aus dem Film

Erzählerin: Es war einmal ein kleiner stiller Ort; mitten auf dem Lande in Frankreich. Die Menschen dort glaubten an "Tranquilité" — an Ruhe.
Jeder der in diesem Ort lebte, wusste was von ihm erwartet wurde. Jeder wusste was er zu tun zu lassen hatte. Und vergaß man es einmal, gab es stets jemanden der einen daran erinnerte.

Erzählerin: Aber ach, der listige Nordwind hatte andere Pläne.

Serge Muscat: In den Augen Gottes sind wir immer noch verheiratet.
Josephine Muscat: Dann muss ER blind sein.

Armande Voizin: Ja, nenn mich doch Drogenabhängig. Das klingt noch viel aufregender, nicht wahr? (Zu ihrer Tochter Caroline, nachdem diese sie auf ihre Insulinspritzen angesprochen hat)

Vianne: Ich hab das Talent Dinge zu erraten.

Roux: Ich bin begeistert, … aber nicht meine Lieblingssorte. (Mehrfach, nachdem Vianne ihm eine Leckerei zum probieren gegeben hat)

Armande Voizin: Eventuelle Beschwerden gehen an mich. (Nach der Enthüllung das die Party auf das Boot von Roux verlegt wird)

Pere Henri: Ich bin nicht sicher, ... was das Thema meiner heutigen Predigt sein sollte. Möchte ich zu euch über das Wunder der göttlichen Verwandlung unseres Herrn sprechen? Nein, eigentlich nicht. Ich möchte nicht über Seine Göttlichkeit reden.
Ich spreche lieber über Seine Menschlichkeit. Seine Güte. Seine Toleranz. Ich sage Ihnen, was ich denke.
Ich glaube ob wir gute Menschen sind, misst keiner daran, ob wir irgendetwas unterlassen. Ob wir auf etwas verzichten, wem wir widerstehen und wen wir ausschließen.
Ich denke Güte misst sich daran, ob wir jemanden anerkennen, ob wir etwas erschaffen und ob wir jemanden bei uns aufnehmen.

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